Pils
Das Pilsener Bier ist nach der im Südwesten Böhmens gelegenen Stadt Pilsen benannt. Nachdem das untergärige Lagerbier sein Weg über die tschechische Grenze gefunden hat wurde es bald einfach nur noch Pils genannt.Lange Jahre stellten die Böhmen obergäriges Bier her, doch dies entsprach nicht immer ihren Wünschen nach guter Qualität und Haltbarkeit. Also orientierten sich die Böhmen an der bayrischen Braukunst und so kam es, dass Mitte des 19. Jahrhunderts der Bayer Josef Groll in Pilsen den ersten Sud Bier braute. Nachdem Groll Böhmen 1845 verließ folgten ihm weitere bayrische Braumeister bis 1900, welche die Pilsener Brauerei über die Grenzen hinaus bekannt machten.
Kennzeichnend für das Pils, ein sogenanntes Vollbier, ist seine Herstellung mit besonders weichem Wasser und starkem Hopfen. Das Pils hat einen kernig-malzigen Geschmack und ein besonders ausgeprägtes Hopfenaroma. Der zur Herstellung des Pils verwendete Hopfen stammt aus der nordböhmischen Stadt Saaz, wo er in der Zeit von Anfang April bis Ende August angebaut wird. Die Hopfenbittere wird in sogenannten Bittereinheiten gemessen. Ein Pils hat im Schnitt 30 Bittereinheiten, wohingegen ein normales helles Lagerbier ca. 20 Bittereinheiten hat.
Gebraut wird das Pils mit besonders hellem Malz, dem sogenannten Pilsner Malz. Der Stammwürzegehalt, d.h. der prozentuale Anteil löslicher Stoffe aus Hopfen und Malz vor der Vergärung, beträgt bei einem Pils etwa 11-12%. Insgesamt ist das Pils ein sehr gut verträgliches Bier.
Ein Pils sollte schnell gezapft werden und eine Temperatur von etwa 6-9°C haben. Wer es so trinkt, kann die Kohlensäure und besondere Frische des Pils richtig genießen.
